Bergwerk/Steinbruch Lochezen, CKU
Seemühle Walenstadt, Borner AG



- Bergwerk/Steinbruch Lochezen; Bergwerk Seemühle Borner Walenstadt
- Cement- und Kalkfabrik Unterterzen, CKU
- Stollen, Bilder und Geschichte dieser Bergwerke

Stand: 05.11.2022

Das Betreten der Bergwerksanlagen ausserhalb offizieller Führungen ist (leider) verboten (Vandalismus, Littering, Steinschlag,
Rechts-Unsicherheit [Bedeutungsverlust von Eigenverantwortung]). Impressum: Paul Gantner, Walenstadt: hb4ff[ät]bluewin.ch



Die Brennerei Lochezen um 1915

Die Brennerei Seemühle um 1950


  • Lochezen und Seemühle sind zwei aneinander grenzende spektakuläre Bergwerke der Extraklasse: Spezielle topografische/tektonische Verhältnisse, Abgrenzung durch einen See (Walensee), erster industrieller Untertag-Abbau von Kalk-/Cement-Material der Schweiz, exklusive Abbau- und Abtransport-Logistik.

  • Die komplexe Geschichte der beiden Bergwerke wird auf der letzten Seite der folgenden Stollen-/Höhlen-Dokumentation betrachtet.

  • Die folgende systematische Tour führt durch die Stollen der Seemühle via unterirdisches historisches Militärspital in die Stollen der Lochezen hinauf.

  • Bei verlinkten Exkursen (Detail-Betrachtungen) erfolgt die präzise Rückkehr zum Hauptartikel über den Zurückbutton des Browsers.


Unser Start in die Unterwelt erfolgt beim Tunnel 'Ost' der Seemühle


Stollenbahn-Geleise der Seemühle führten durch drei Tunnels in den Berg. Heute ist davon nur noch der 'Tunnel Ost' (zu unterst) durchgängig. Die beiden anderen - aussen verschütteten - Tunnels werden wir aber im Berg drin noch sehen. Am oberen Ende des BW Seemühle führt ein Ausgangs-Fenster dann weiter zum historischen unterirdischen Militärspital und Bergwerk Lochezen:


Grundlage: Siegfriedkarte 1906 [swisstopo]


Der unterste und noch intakte Eingang in den Bergbaukomplex ('Tunnel Ost'):

Dieser Eingang zum Bergwerk Seemühle und dessen oberer Ausgang waren bis etwa 1985 völlig offen, heute aus bereits erwähnten Gründen leider vergittert.
Für Nerds 'entstand' - wenig überraschend - ein unkomfortabler 'Hintereingang'. Nerds und Vandalen sind allerdings zwei völlig verschiedene Gruppierungen.



Bild: Hier war zu Betriebszeiten eine Stollenbahn-Weiche. Geradeaus führte das Geleise zur Westbahn, nach rechts in den Berg.



Über diesem Stollen-Eingang können mit Mühe noch Reste einer Jahreszahl erkannt werden [Valentin Schoch]:


Zum Bild: Unter der plausiblen Annahme, dass die zweite Ziffer eine 8 bedeutet, ist das Zeitfenster nach oben durch
1899 und nach unten auf Grund historischer Quellen durch 1892 [Betriebsaufnahme des BW Seemühle] begrenzt.
Das Schriftbild-Rudiment dürfte demnach für 1896 sprechen.



Die beiden heute verschütteten Eingänge 'Tunnel Mitte' und 'Tunnel West' werden weiter hinten dokumentiert, da ihre Untertag-Portale im Berg drin noch intakt sind.



Bild: Start in das irdische 'Schwarze Loch' ('Tunnel Ost')


Es wird stockdunkel:



Drei Meter nach dem Portal treffen wir links an der Tunnelwand auf eine Gedenk-Nische für die Heilige Barbara, die Schutzpatronin
der Bergarbeiter. Die Nische ist heute allerdings leer, da die Heiligenfigur bei Betriebsende um 1965 natürlich mitgenommen wurde:


Foto: Barbara-Nische am Seemühle-Eingang; (c) zVg



Ein 80 Meter langer Tunnel führt nun weiter zum ersten Dom

Im Bergwerk Seemühle bewegt man sich durchwegs in absoluter Dunkelheit!












Kunstwerke der Natur:

Im Winter kann man in diesem Eingangsstollen von Stalaktiten ('Eiszapfen von oben') begrüsst werden:






Am Ende des Eingangs-Tunnels gelangen wir in den ersten Dom:


Bild: Ankunft im ersten Dom. Es ist hier aber stockfinster! Das Geleise verzweigt sich.



Die Seemühle erhielt schon mehrmals Besuch von der ETH Zürich (Institute für Seismologie und Informatik):


Bild: Der vierbeinige Forschungsroboter ANYmal der ETH Zürich schaut sich in diesem ersten Dom um; Foto: Valentin Schoch.


Hier stehen im Winter mitunter die Gegenspieler der Stalaktiten von vorher, die Stalagmiten ('Gegen-Eiszapfen von unten'):


Bild: Der erste Dom - hier mit Stalagmiten - rückwärts betrachtet. Durch den Tunnel im Hintergrund haben wir ihn betreten.



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