Der Heerweg (oder: Geerenweg), die erste Walenseestrasse


Im Januar 1570 versank in der Nähe von Walenstadt im Föhnsturm (siehe rechte obere Bildecke auf folgender zeitgenössischer Darstellung) ein mit Salz und Wein überladenes Schiff mit 60 Personen und 6 Pferden an Bord. Nur 14 Menschen überlebten das Unglück. Fridolin Heer aus Glarus entging dieser Schiffskatastrophe, weil er sich angesichts der widrigen Umstände im letzten Moment entschloss, lieber zu Fuss nach Weesen zu gehen. Unterwegs wurde er Zeuge des Schiffsunterganges.

historische Schiffskatastrophe
Aus: Nachrichtensammlung von Johann Jakob Wick aus dem 16. Jhdt.


Zum Dank für das Verschontbleiben vom Unglück baute er auf eigene Kosten den sog. Heerweg (heute auch: Geerenweg), die erste Walenseestrasse am Ufer unter dem Kerenzerberg (Bauzeit: 1603 bis 1607). Spuren dieses Weges können heute noch vom entsprechenden Fussweg beim Gäsi aus gefunden werden, ebenso die Rekonstruktion eines Stückes des ehemaligen Steges. Ein grosser Teil des historischen Weges kann heute noch als Wanderweg begangen werden:


Im Folgenden wird ein Besichtigungsrundgang von Weesen her dargestellt:






Von der Linthebene her kommt man heute zunächst auf dem alten Bahndamm (heute Wanderweg) zu dieser historischen SBB-Escher-Linth-Kanal-Brücke.


Kurz danach erreicht man das alte Eisenbahntunnel-Portal. Denn wenige Meter neben dem Heerweg verlief bis in die 1960er-Jahre die einspurige Walenseelinie der SBB:

Tunnelportal_Gäsi


Wir müssen aber aussen herum (denn der Tunnel tangiert heute den Autobahn-Tunnel) und erreichen nach wenigen Metern das Hochwasserdenkmahl. Abgelagertes Geröll, Sand und Kies (Abholzungen!) erhöhten im Laufe des 18. Jahrhunderts das Flussbett der Glarner Linth, was einen Rückstau des Ausflusses des Walensees nach sich zog. Sein Seepegel stieg zwischen 1750 und 1800 um rund 3 Meter. Einzelne Strassenzüge in Weesen und Walenstadt wurden dadurch unbewohnbar. Dies wurde in der Folge durch die bekannte Linthkorrektion behoben. Diesen Sachverhalt veranschaulicht das Hochwasserdenkmal. Man beachte dort auch die nachgetragenen schwarzen Marken für 1999 und 2005 rechts unten am Denkmahl):

Hochwasserdenkmahl Gäsi

Es folgt unmittelbar der schwierigste Teil des Heerweges, von dem entsprechend nur noch wenige Teile sichtbar sind. :

Ein Mäuerchen und ein Klein-Viadukt sind oben rechts im Bild zu erkennen:

Heerweg

Der Heerweg verläuft jetzt von links oben im Bild auf dem Felsband schräg nach links unten zum rekonstruierten Holzsteg (in Original-Felslöchern befestigt!). Der felsseitige Handlauf ist hoch, damit sich Reiter auf dem Pferd daran halten konnten:

Heerweg

In der Mitte des vorangehenden Bildes endet der Weg abrupt. Hier das Detailbild davon:

Heerweg

Heerweg



Zeitgenössische Darstellung diese Teils des Heerweges:

Heerweg historisch

Weiter ostwärts - wo der Veloweg in einen Seitentunneleingang zum ehemaligen SBB-Bahntunnel (demjenigen von weiter oben) verschwindet - kann man über eine Beton-Treppe hochsteigen und auf dem weitgehend 'originalen' Heerweg/Geerenweg bis Sallern wandern (rot/weiss eingezeichnet):


Quelle: Bundesamt für Landestopografie swisstopo

Nach der Treppe in folgendem Bild gelangt man auf diesen noch gut erhaltenen Weg. Der Tunnel links gehört zum Veloweg. Dort kann man in einem Rundgang zurückkommen:

Heerweg_Treppe




Im Folgenden wird der gesamte restliche Heerweg/Geerenweg bis nach Sallern dokumentiert:
























































































Den Rückweg kann man über den bequemen Velo/Fussgängerweg nehmen. Dieser beginnt nach etwa 100 Metern Richtung Weesen mit einem eigenen Tunnel links der Autobahn und unterquert diese. Nach einer grösseren Wegstrecke gelangt man jetzt von der anderen Seite zum ehemaligen Weisswandtunnel der SBB, der heute als Velo-/Fussgängerweg dient:





Wer den Heerweg besucht, kann dies auch mit einer Besichtigung der leicht zugänglichen Gletschermühlen unmittelbar ob Murg verbinden:

Weg zur Gletschermühle


Gletschermühle



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